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KOMMA TIROL

In der Betreuung von schwerkranken Patienten sind die Angehörigen einer der wichtigsten Partner für uns.

Komma Tirol

Kommunikation mit Angehörigen (KOMMA-Tirol)

Angehörige sind wichtige Wegbeleiter in der Betreuung von kranken Menschen. Sie bilden das Fundament für eine stabile Betreuung. Sie entsprechend ihren Bedürfnissen zu unterstützen und zu begleiten trägt dazu bei, die häusliche Versorgung zu gewährleisten und Belastungen zu reduzieren.

Es ist uns ein großes Anliegen die Angehörigen in dieser Herausfordernden Situation bestmöglich zu unterstützen.

Seit September 2019 gibt es in Tirol eine flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung. Nun gilt es die Angehörigen von schwer kranken, sterbenden Menschen noch mehr zu stärken.

Derzeit wird KOMMA in allen Mobilen Pallaitivteams in Tirol, in Kooperation mit der UMIT Tirol - die Tiroler Privatuniversität, implementiert.

Was ist KOMMA

KOMMA ist ein evidenzbasierter strukturierter Ansatz zur Unterstützung von Angehörigen in der häuslichen Palliativversorgung. Im Rahmen eines Assessmentprozesses wird die Selbstreflexion und Selbsteinschätzung von Unterstützungsbedürfnissen genutzt, um Angehörige zu stärken und zu ermutigen. Ihre Anliegen können dadurch frühzeitig aufgegriffen und sie gezielt unterstützt werden. Um der dualen Rolle der Angehörigen als Co-Worker und Betroffene zu entsprechen, werden neben dem Unterstützungsbedarf in Bezug auf die Versorgung der erkrankten Person auch persönliche Bedürfnisse der Angehörigen angesprochen, etwa in Bezug auf die eigene Gesundheit oder die Organisation des Alltagslebens.

Der KOMMA-Ansatz wurde in UK entwickelt und validiert. In zwei experimentellen Studien in UK und Australien zeigten Angehörige signifikant geringere Belastungen und bessere psychische und physische Gesundheit als Angehörige, bei denen der Ansatz nicht angewandt wurde.

In einem 3-jährigen Modellprojekt in Nordrhein-Westfalen wurde der KOMMA-Ansatz für den deutschsprachigen Raum übertragen und erfolgreich erprobt.

Tirol ist das erste Bundesland in Österreich in dem KOMMA umgesetzt wird und nimmt damit eine Vorreiterrolle in der Unterstützung pflegender Angehöriger von Palliativpatient*innen ein.

 

Quelle: Kreyer, Pleschberger, 2018; Ewing & Grande, 2015; Ewing et al., 2013; Grande et al., 2015; Aoun et al., 2015